
Zukunftspaket 2030

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
ich verstehe den Unmut betroffener Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Initiativen. Denn Gernsbach und seine Ortsteile haben viele Einrichtungen, wie Bäder und Hallen, die vor Jahrzehnten geschaffen wurden. Sie erfüllen eine wichtige Rolle im Dorfleben und tragen zur Lebensqualität vor Ort bei.
„Wenn´s um Geld geht, hört die Freundschaft auf“. An diesen bekannten Satz muss ich bei der emotionalen Diskussion über das Zukunftspaket 2030 öfters denken. Gleichzeitig gehört zur Wahrheit dazu, dass große Teile unserer Infrastruktur einen erheblichen Sanierungsstau aufweisen und dieser Stau über Jahrzehnte hinweg entstanden ist. Die geschätzten Sanierungskosten reichen hier von mind. 56 Millionen Euro bis deutlich über 100 Millionen Euro.
Geld, was wir als Stadt objektiv nicht haben. Voraussichtlich bis Ende des nächsten Jahres werden alle städtischen Reserven aufgebraucht sein. Um die laufende Verwaltungstätigkeit, vom Betrieb unserer Kindertageseinrichtungen bis zur Straßenreinigung bezahlen zu können, nehmen wir dann teure Kassenkredite auf. Wir rutschen bei der Bank mit bis zu drei Millionen Euro in den Dispo.
Wenn nun Stimmen aufkommen, dass irgendwie alles so weiter gehen muss, halte ich das für unseriös. Die Themen, die jetzt auf dem Tisch liegen sind auch keineswegs neu: Über Friedhofsstrukturen, die Bäder und Hallen diskutieren Bürgerschaft und Gemeinderat seit Jahrzehnten. Wir wissen, dass es Bereiche gibt, in denen wir schlicht schon lange über unsere finanziellen Verhältnisse leben.
Natürlich lässt sich auch darüber diskutieren, dass Verwaltung und Gemeinderat schon vorher mit betroffenen Vereinen das Gespräch hätten suchen können. Ich halte es jedoch für richtig, dass der Gemeinderat mit seinem Beschluss am 6. Mai zunächst die Grundlage für Gespräche schafft. Denn über was soll die Verwaltung mit den Vereinen denn konkret sprechen, wenn Sie z.B. nicht weiß, ob die Ortsteilbäder in der jetzigen Form bleiben oder an die Vereine übergeben werden sollen oder geschlossen werden sollen.
Es ist die Aufgabe des von uns allen gewählten Gemeinderats hier Klarheit zu schaffen. Danach muss es ernsthafte Gespräche mit den unmittelbar betroffenen Vereinen geben, um gemeinsam verträgliche Lösungen zu finden. Genau diesen Weg hat der Gemeinderat im vergangenen Dezember einstimmig beschlossen.
Mit dem Zukunftspaket Gernsbach 2030 machen wir uns ehrlich:
Wir sagen klar, in welchen Bereichen es Einschnitte geben muss, und senden andererseits positive Signale wie die Sanierung der Ebersteinhalle oder die Instandsetzung der Hallen in Reichental und Lautenbach.
Deshalb mein Appell an Sie alle: Wenn wir auch künftig in unsere Schulen, in die Kinderbetreuung und in unsere Feuerwehr investieren möchten, dann braucht es ein klares Ja zum Zukunftspaket 2030.
Ihr Bürgermeister
Julian Christ
Weitere Infos und Unterlagen finden Sie unter www.gernsbach.de/zukunftspaket