Pläne zur Friedhofsentwicklung mehrheitlich beschlossen

Wiese, Gräber mit Grabsteinen, Häuser, Kirche.
(c) Stadt Gernsbach

In seiner Sitzung am 6. Mai hat der Gemeinderat mehrheitlich das Zukunftspaket 2030 beschlossen. Bestandteil des Pakets sind auch die Beschlüsse zur Weiterentwicklung der städtischen Friedhöfe.

 Die geplanten Veränderungen sind bewusst langfristig angelegt und werden schrittweise über viele Jahrzehnte umgesetzt. Ein wichtiger Grund dafür sind u.a. Ruhe- und Liegezeiten der Gräber.

Die Stadt reagiert mit dem Beschlusspaket auf mehrere Entwicklungen. Zum einen haben sich die Wünsche der Menschen in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Immer mehr Angehörige entscheiden sich für Urnenbestattungen oder naturnahe Bestattungsformen, während klassische Erdgräber zunehmend zurückgehen.

Zum anderen zeigen gutachterliche Untersuchungen, dass auf einzelnen Friedhofsflächen die Bodenbeschaffenheit die natürliche Verwesung erschwert. Auch dies macht Anpassungen notwendig.

Die Veränderungen erfolgen in erster Linie aufgrund gesellschaftlicher und fachlicher Entwicklungen – nicht primär aus Kostengründen. Gleichwohl ist es aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, alle neuen Bestattungsformen an sämtlichen sieben Friedhofsstandorten gleichermaßen vorzuhalten. Daher wird es künftig eine stärkere Spezialisierung einzelner Angebote geben müssen.

Insbesondere sollen die Friedhöfe in der Kernstadt sowie in Obertsrot und Reichental weiterentwickelt werden. Dort entstehen zusätzliche und zeitgemäße Bestattungsangebote, etwa für Urnen- und naturnahe Bestattungen. Andere Friedhofsstandorte werden sich im Laufe der Zeit schrittweise verändern und teilweise in ihrer Nutzung angepasst. Hierfür sollen in den kommenden Jahren Friedhofskonzepte aufgestellt werden Die Friedhöfe in Lautenbach, Hilpertsau und Staufenberg werden langfristig aufgegeben; auch dieser Prozess wird konzeptionell begleitet.

Diese Entwicklung erfolgt mit großer Rücksicht auf die bestehenden Strukturen und die Menschen vor Ort. Ziel ist es, die Friedhöfe als Orte des Gedenkens und der Würde langfristig - voraussichtliche Stilllegung 2060/61 -zu erhalten und gleichzeitig auf veränderte Bedürfnisse einzugehen.

Bürgermeister Julian Christ betont: „Friedhöfe sind Orte, die eng mit persönlichen Erinnerungen und Schicksalen verbunden sind. Deshalb gehen wir diesen Weg sehr behutsam und mit großer Verantwortung. Die Veränderungen werden sich über viele Jahre vollziehen. Uns ist wichtig, dass wir die Friedhöfe würdig erhalten und gleichzeitig eine zukunftsfähige Entwicklung ermöglichen.“