Das Beethbuch von 1664

Das Beethbuch von 1664
Das Beethbuch bietet Einblicke in Gernsbachs Geschichte

Nur wenige Jahre nach dem Ende der ebersteinischen Verwaltung wurde dieses Güterbuch der Stadt Gernsbach erneuert. Es verzeichnet auf etwa 600 Seiten den Besitzstand der Bewohner, von auswärtigen Personen, der weltlichen und geistigen Herrschaft, wie auch der städtischen Verwaltung. Das gesamte Inventar an Gebäuden, Äcker, Wiesen, Reben, Gärten und beweglichem Gut (z. B. Karren) wird jeweils geschätzt und darauf eine Abgabe in Form einer Steuer erhoben.

Das Beethbuch unrestauriert
Das Beethbuch unrestauriert

Das Beethbuch bietet somit einen Einblick in die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse Mitte des 17. Jahrhunderts. Es nennt Einwohner mit Namen und Wohnsitz und erwähnt Besonderheiten wie die Besiedlung des Kugelbergs oder den Besitz des in Straßburg lebenden Hans Friedrich Kast. Ein ausführliches Personenregister am Ende des Bandes erleichtert die Orientierung und gezielte Suche.

Im Laufe der Jahre hatte sich der Buchblock der Archivale stark verformt, der Buchrücken eingewölbt, waren Bünde gebrochen und die Heftung der einzelnen Seiten schadhaft. Der Pergamenteinband war teilweise eingerissen, das Hadernpapier durch Wurmbefall und Feuchtigkeit beschädigt. Die verwendete Eisengallustinte hatte erheblichen Tintenfraß und Fehlstellen im Textkorpus zur Folge.
Im Sommer 2004 konnte mit der Restaurierung begonnen werden.Der Einband wurde zunächst abgelöst, die alten Klebepappen mit auf Latein geschriebenen Textseiten ungewisser Herkunft entnommen und durch säurefreien Museumskarton ersetzt. Der gesamte Buchblock wurde plan gelegt und gründlich gereinigt. Die Fehlstellen im Textkorpus konnten mit angefasertem Material und Japanpapier ausgebessert werden. Nachdem der Einband ausgebessert, der Buchblock wieder in Form gebracht und eingehängt war, wurden die Bünde und Heftung ausgebessert.

Über alle Maßnahmen gibt ein detailliertes Protokoll der Restauratorin Auskunft. Die Restaurierung des Beethbuches erforderte einschließlich einer Mikroverfilmung einen Kostenaufwand von etwa 1.300 Euro. Im Sommer 2005 kehrte das Güterbuch wieder in das Stadtarchiv zurück und befindet sich dort mit der Signatur B004 im Altbestand der Gernsbacher Archivale.

Text: Stadtarchiv Gernsbach - Winfried Wolf

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