Rathaussanierung: Gemeinderat bringt weitere planerische Entwicklung auf den Weg

Das historische Rathausgebäude
Bildquelle: Petra Rheinschmidt-Bender/Stadt Gernsbach

Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat die Verwaltung mit der weiteren planerischen Entwicklung der Rathaussanierung beauftragt.

Sowohl die Bausubstanz als auch die Infrastruktur des Gernsbacher Rathauses entsprechen seit langem nicht mehr heutigen Anforderungen.

Die Stadtverwaltung ist in zwei miteinander verbundenen Gebäuden untergebracht. Der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete ‚Altbau‘ in der Igelbachstraße ist denkmalgeschützt, der als ‚Neubau‘ bezeichnete Gebäudekomplex an der Gottlieb-Klumpp-Straße wurde vor 45 Jahren (1976) gebaut. Neben der uneinheitlichen, nicht mehr zeitgemäßen Ausstattung fallen vor allem grobe technische Mängel wie das undichte Flachdach auf dem neuen Gebäudeteil, veraltete Heiz-, Wasser- und Abwassersysteme, überalterte Sanitäranlagen, fehlende Lüftungsanlagen und ein unvollständiger Brandschutz stark ins Gewicht. Auch die elektrischen Anlagen entsprechen nicht mehr den aktuellen Richtlinien. Zudem sind nicht alle Bereiche im Rathaus barrierefrei zugänglich. 

Die Verwaltung hat zwei Lösungswege erarbeitet, welche zum einen die Sanierung beider Gebäudeteile, zum anderen die Sanierung des historischen Baus unter Abbruch und Neuerrichtung des neueren Komplexes beinhalten. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile beider Vorschläge spricht sich eine große Mehrheit der Räte für die zweite Variante aus, da man bei einem Neubau den arbeits-, bau- und brandschutztechnischen Vorschriften am besten gerecht werden kann; die Nutzeranforderungen können auf diese Weise flächenoptimiert umgesetzt werden. Gleichzeitig bekräftigt der Gemeinderat, hierbei eine möglichst klimaneutrale Umsetzung anzustreben. Der grobe Kostenrahmen für dieses Vorhaben liegt bei 11,8 Millionen. Geplant ist die Umsetzung in einem zusammenhängenden Bauprojekt. 

„Der Gemeinderat hat die deutlichen Vorteile der zweiten Variante erkannt. Auf der Basis dieser Entscheidung entwickeln wir die Pläne für die Neugestaltung des Rathauses innerhalb des Sanierungsgebiets Altstadt II nun weiter. Hierbei kann es aufgrund der finanziellen Situation unserer Stadt nur um eine mittelfristige Umsetzung gehen“, erläutert Bürgermeister Julian Christ die anstehenden Schritte