Kinder- und Jugendhaus: Einholung von Angeboten für die Trägerschaft

Dem Gemeinderat liegen die Ergebnisse der Jugendbeteiligung zum Kinder- und Jugendhaus zur Kenntnis vor und er entscheidet nun in seiner Februarsitzung über die Beauftragung der Verwaltung zur Einholung von Angeboten für die Trägerschaft und den Betrieb des Jugendhauses.

Stadt Gernsbach

Die Stadt Gernsbach betreibt bekanntermaßen seit November 1996 das Kinder- und Jugendhaus in der Schwarzwaldstraße. Ein elementarer Bestandteil der Arbeit im Kinder- und Jugendhaus ist der Offene Treff für Jugendliche. Über den Sachstand und die aktuellen Angebote wurde im April 2019 in der Sitzung des Gemeinderats ausführlich berichtet. Der Wunsch nach Veränderung und Erneuerung wurde dabei deutlich. Daher hat der Gemeinderat die Verwaltung mit der Neukonzeption des Kinder- und Jugendhauses beauftragt. Hierbei sollen sowohl die Frage der Trägerschaft als auch die Frage des optimalen Standorts für das Gebäude geklärt werden.

Als erster Schritt wurde vorab eine Sozialraumanalyse in Auftrag gegeben. Diese hat ergeben, dass die Situation der meisten Jugendlichen in Gernsbach eine sehr gute ist. Sehr häufig wurde der Wunsch nach einem Treffpunkt für Jugendliche geäußert. Die Besucher*innen des Jugendhauses halten sich gerne dort auf; es gibt aber auch Jugendliche, die sich vom Kinder- und Jugendhaus nicht angesprochen fühlen.

Als nächsten Schritt hatte die Verwaltung die Bedürfnisse der Jugendlichen im Detail erhoben. Hierfür wurde ein Online-Workshop mit Jugendlichen durchgeführt. Dabei konnte auch die Frage des optimalen Standortes für ein Kinder- und Jugendhaus bereits geklärt werden. Der bisherige Standort in der Schwarzwaldstraße hat sich bewährt, allerdings wünschten die Jugendlichen eine deutliche Aufwertung des Gebäudes, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Überwiegend bestand der Wunsch, das Jugendhaus „gemütlicher und fröhlicher“ zu gestalten. Inhaltlich wurde der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten, auch am Wochenende, geäußert. Auch würden die Jugendlichen gerne mehr Kursangebote wahrnehmen, Ausflüge unternehmen, beispielsweise auch ein Seniorenheim besuchen und Unterstützung beim Lernen und den Hausaufgaben erhalten.

Die Verwaltung hat auf Grundlage dieser Erkenntnisse folgendes Anforderungsprofil an die künftige Konzeption der Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt Gernsbach erarbeitet:
Wesentlicher Hauptbestandteil der Arbeit soll auch künftig ein zeitgemäßer Offener Treff sein, der Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren anspricht. Hierfür ist ein überzeugendes pädagogisches Konzept vorzulegen. Gewünscht ist eine gute Durchmischung, und es sind interessante Kurse und Programmpunkte anzubieten. Aufsuchende Jugendarbeit ist zu etablieren (z.B. Streetwork abends und am Wochenende, Skaterplatz, Bauwagen). Für die Stadt Gernsbach soll ein Konzept für gelingende politische Jugendbeteiligung im Sinne von § 41a GemO erarbeitet und umgesetzt werden. Der Betrieb und die Trägerschaft des Kinder- und Jugendhauses Gernsbach erfolgt auf eigene pädagogische Verantwortung, im eigenen Namen und auf eigene Rechnung im städtischen Gebäude, welches hierfür überlassen wird. Die Stadt Gernsbach legt Wert auf eine enge Vernetzung und eine gute Kooperation mit den Schulen, der Schulsozialarbeit sowie der Polizei, den zuständigen Fachstellen und Präventionseinrichtungen.

Auf dieser Grundlage schlägt die Stadt Gernsbach dem Gemeinderat vor, Angebote für die Trägerschaft des Jugendhauses Gernsbach einzuholen. Dabei wird die Frage der Trägerschaft ganz bewusst noch nicht vorentschieden, da die Stadt Gernsbach die Trägerschaft in Eigenregie anhand des Anforderungsprofils kritisch und ergebnisoffen mit den eingehenden Angeboten vergleichen wird, so dass am Ende eine Bewertung der abgegebenen Angebote freier Träger untereinander und im Vergleich zu einer städtischen Trägerschaft vorgenommen werden kann.

Thomas Lachnicht, Hauptamtsleiter der Stadt Gernsbach, betont: „Die Entscheidung über die Vergabe der Trägerschaft oder alternativ über den Weiterbetrieb in Eigenregie trifft der Gemeinderat nach Bewertung der Angebote.“
Sobald die Frage der Trägerschaft abschließend geklärt ist, soll zusammen mit dem künftigen Betreiber ein zweiter Jugendbeteiligungs-Workshop durchgeführt werden, in welchem über ganz konkrete Ausgestaltungswünsche (z.B. Kooperationen, Mitspracherechte und Regeln) gesprochen wird.