Initiative Motorradlärm: Gemeinsam fordern 81 Städte, Gemeinden und Landkreise weniger Motorradlärm

„Gemeinsam für mehr Ruhe: Land und Kommunen machen sich stark gegen Motorradlärm“.

V.l.n.r.: Verkehrsminister Winfried Hermann MdL, Bürgermeister Julian Christ, Bürgermeisterin von Sasbachwalden Sonja Schuchter, Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung Thomas Marwein MdL.
Die Bildrechte liegen beim Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Fotograf Martin Stollberg.

Gernsbach durch Bürgermeister Christ bei der Übergabe des Forderungskatalogs in Stuttgart vertreten

Die ‚Initiative Motorradlärm‘ und den Forderungskatalog haben Minister Hermann, der Lärmschutzbeauftragte Marwein und Sonja Schuchter, Bürgermeisterin von Sasbachwalden und Sprecherin der kommunalen Mitglieder der Initiative, am Donnerstag (13. Februar) im Rahmen der Landespressekonferenz in Stuttgart vorgestellt.
 
74 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg und sieben Landkreise fordern gemeinsam mit Verkehrsminister Winfried Hermann MdL und dem Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung Thomas Marwein MdL von der Europäischen Union, der Bundesregierung, den Herstellern von Motorrädern sowie von den Motorradfahrenden mehr Anstrengungen, um Motorradlärm spürbar zu reduzieren.
 
Daher hat die Initiative zehn Forderungen formuliert, die sie nun an Entscheidungsträger auf Bundes- und europäischer Ebene herantragen wird:
Genehmigungs- und Zulassungsregeln müssen überarbeitet werdenHersteller und Händler sollen leisere Motorräder produzieren und anbietenUmstieg auf nachhaltige und lärmarme Mobilität, insbesondere Motorräder mit ElektroantriebMotorradfahrer sollen rücksichtsvoll und leise fahrenStärkere polizeiliche Verkehrsüberwachung und Ausweitung der rechtlichen, tech-nischen und personellen KontrollmöglichkeitenGeschwindigkeitsbeschränkungen und Verkehrsverbote an Wochenenden und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes in besonderen Konfliktfällen müssen möglich seinHöhere Bußgelder für vorsätzlich lärmerzeugende Fahrweise und Manipulationen am MotorradDer Bund soll eine Lösung finden, sogenannte Raser oder Belästiger zu bestrafenAlternativ soll der Bund die Einführung einer Halterhaftung prüfenPflicht zur Führung eines Fahrtenbuchs
 
Motorradlärm ist ein zunehmendes Problem in vielen Gemeinden Baden-Württembergs, insbesondere in den landschaftlich reizvollen, bergigen und touristischen Gebieten, so auch in Gernsbach. Grundsätzlich können Motorräder leise und rücksichtsvoll bewegt werden. Sogenannte schwarze Schafe stechen jedoch mit rücksichtslosem Verhalten wie rasantem Beschleunigen und Fahren mit hoher Drehzahl hervor, was zu hohen Lärmbelastungen der Anwohnerinnen und Anwohner führt. Sie schädigen den Ruf aller Verkehrsteilnehmer auf motorisierten Zweirädern.
 
"Es geht auch darum, die Motorradfahrer selbst zu sensibilisieren, damit vor allem innerorts etwas rücksichtsvoller gefahren wird. Mir ist ein gutes Miteinander wichtig. Es geht nicht darum, Motorradfahrer pauschal zu verurteilen, sondern gemeinsam Lösungen zu finden, um unnötigen Lärm zu vermeiden und die Interessen der Anwohner zu beachten und zu respektieren", so Bürgermeister Christ abschließend.