Fragen und Antworten zum Leitungswasser in Gernsbach

Symbolbild pixabay, Rony Michaud.

Woher kommt unser Leitungswasser?
Unser Leitungswasser wird aus Tiefbrunnen in Rastatt-Förch gefördert. Es kommt über eine Leitung in den Hochbehälter Galgenbusch wo es an die Haushalte verteilt wird. Nicht alle Bereiche von Gernsbach werden ausschließlich mit Wasser des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal (WVV) beliefert. Die Ortsteile Reichental und Lautenbach werden mit aufbereitetem Quellwasser versorgt. In Teilbereichen von Scheuern und der Bereich Kelterberg wird Quellwasser zugespeist Die genauen Straßen, die zum Versorgungsgebiet Kelterberg gehören, sind auf unserer Homepage unter diesem Link abrufbar: www.gernsbach.de/wasserversorgung ).

Wer ist für unser Leitungswasser verantwortlich?
Der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal ist seit 52 Jahren für die Lieferung des Wassers an Gernsbach verantwortlich. Seit dem 1. Januar 2020 liegt die Verantwortung für das operative Geschäft des Verbandes bei der Stadt Gaggenau. Die Stadtwerke Gernsbach sind nur für die innerörtliche Verteilung des Wassers zuständig.

Gibt es keine Alternativen für die Wasserbeschaffung?
Bisher ist Gernsbach auf eine einzige Wasserleitung aus Rastatt-Förch angewiesen und verfügt über keine Versorgungsalternativen. Das Defizit wurde identifiziert und Alternativen erarbeitet. So wird für den Notfall eine Ersatzwasserleitung aus Gaggenau bis Jahresende 2020 errichtet. Darüber hinaus werden weitere Alternativen für die reguläre Wasserversorgung geprüft und geklärt, ob die Stadt Gernsbach ihr Wasser nicht aus Baden-Baden oder Gaggenau beziehen kann. Da hier Verträge ausverhandelt und Leitungen gebaut werden müssen, wird dies jedoch noch einige Zeit dauern.

Seit wann ist die Belastung des Wassers mit PFC bekannt?
Die Belastung unseres Leitungswassers mit PFC ist bereits seit 2013 bekannt und wurde immer öffentlich kommuniziert und den Bürgerinnen und Bürgern, den Gemeinderäten und den Vertretern der Presse in den öffentlichen Gemeinderatssitzungen mitgeteilt.
 
Wieso ist das Wasser mit PFC belastet?
Ursache für das PFC im Wasser sind vermutlich Klärschlämme aus der Papierindustrie. Diese wurden kompostiert und in der Vergangenheit auf Äckern aufgebracht. Durch versickernde Niederschläge sind sie in das Grundwasser der Region eingedrungen.
 
Was ist PFC?
PFC (polyfluorierten Chemikalien) werden seit über 60 Jahren industriell hergestellt und vielfältig eingesetzt, beispielsweise für wasser- und fettabweisende Imprägnierungen, zur Papierveredlung, Veredlung von Textilien (Outdoor-, Sport-, Arbeitsschutztextilien), in Bauprodukten, als Zusätze in Polituren, Wachsen, Imprägniersprays.
PFC können auf verschiedenen Weisen in die Gewässer gelangen. Hierzu gehören zum Beispiel Emissionen aus der Produktion und der Anwendung in der Industrie oder Auswaschungen aus PFC-verunreinigten Feststoffen, wie z. B. Klärschlämme.
 
Warum kann man plötzlich das Leitungswasser nicht mehr trinken?
Das Landratsamt hat mit einer E-Mail vom 19.12.19 die Maßnahmenwerte für PFC im Trinkwasser abgesenkt. Damit überschreitet das Wasser des Verbandes derzeit den vorgeschriebenen Wert um ein Tausendstel. Selbstverständlich kann das Leitungswasser weiterhin verwendet werden. Allerdings sollten die Risikogruppen (Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder bis 3 Jahre) bis auf weiteres auf den Gebrauch von Leitungswasser verzichten. Mehrkosten für Mineralwasser-Einkäufe können bei Vorlage von Belegen bei der Stadt erstattet werden.
 
Wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität ergriffen?
Der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal (WVV) ergreift umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität. Bereits fertig hergestellt wurde eine Ersatzwasserversorgung für den Bereich Kuppenheim. Die bauliche Maßnahme für eine Ersatzwasserversorgung des Versorgungsbereichs Gernsbach ist fertig geplant und wird umgesetzt. Beschlossen hat der Verband den Bau einer Leitungstrasse vom Ottenauer Schwimmbad bis zum zentralen Gernsbacher Hochbehälter auf dem Galgenbusch mit einem Kostenvolumen von 1,33 Mio. Euro. Der Bau soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein.
 
Parallel zum Bau der Ersatzwasserversorgungen werden weitere Maßnahmen ergriffen. Der WVV hat Projekte auf den Weg gebracht, die die Versorgungssituation in Gernsbach verbessern werden. So hat der Verband in seiner Sitzung im Dezember die Planung von Aktivkohleanlagen zur Aufbereitung beschlossen.
Das Land Baden-Württemberg hat sich trotz massiver Kosten für die Wasserversorger und damit letztendlich auch für die Verbraucher nicht bereit erklärt, finanzielle Hilfe zu leisten.
 
Wurden der Gemeinderat und die Bevölkerung informiert?
Der Gemeinderat und die Bevölkerung wurden über Jahre hinweg fortlaufend durch Pressemitteilungen des Wasserversorgungsverbandes sowie auch über Mitteilungen auf der Homepage der Stadt Gernsbach (www.gernsbach.de/wasserversorgung) sowie bei Facebook und im Stadtanzeiger informiert. Darüber hinaus hat der Gemeinderat sich kürzlich auf seiner Klausur im Oktober sowie in nichtöffentlicher Sitzung im November 2019 intensiv mit dem Wasserversorgungsverband und den Strukturen der Stadt Gernsbach befasst.
 
An wen kann ich mich bei Fragen wenden?
Bei Fragen können sich Bürgerinnen und Bürger an die Hotline des Gesundheitsamtes vom Landkreis Rastatt wenden: Tel. Nr.: 07222 381-2300
Darüber hinaus steht Herr Karl Steffen vom Wasserversorgungsverband für Rückfragen zur Verfügung: Tel. Nr.: 07225 9885-710
Oder an den Stadtbaumeister der Stadt Gernsbach, Jürgen Zimmerlin, Tel. Nr. 07224 644-30.