22.10.: Gedenkfeier für die deportierten jüdischen Bürger

Gedenkstein an der Stadtbrücke in Gernsbach. (c)  Dr. Irene Schneid-Horn.

Alljährlich am 22. Oktober erinnert der Arbeitskreis für Stadtgeschichte an die Verschleppung der letzten Gernsbacher Bürger jüdischen Glaubens.

Ihre Namen sind auf einem Gedenkstein nahe der Stadtbrücke festgehalten. Per unverzüglicher Anordnung hatten sich diese neun Menschen mit kleinem Gepäck und Geld an der Brücke einzufinden, um eine Fahrt ohne Wiederkehr nach Gurs anzutreten. Mit diesem Unrechtsakt endete das jüdische Leben in Gernsbach. im Herbst 1940. Im Oktober 1940 wurden etwa 6.000 jüdische Bürger aus Baden, dem heutigen Rheinland-Pfalz und dem heutigen Saarland von den Nationalsozialisten nach Südfrankreich in das Lager Gurs deportiert. Viele der Deportierten, so auch die Gernsbacher Hermann Nachmann und Arthur Kahn, starben dort oder in weiteren Lagern. Wer die Strapazen zunächst überlebte, wurde später in osteuropäische Vernichtungslager gebracht. So auch die drei Gernsbacher Frauen Hilda Dreyfuß, Erna Kahn und Bertha Marx. Um den Friedhof und die Gräber in Gurs in einem guten Zustand zu erhalten, unterzeichneten kürzlich die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland einen Vertrag. Investitionen sollen zudem auch in Projekte zum Gedenken fließen.

Die Gedenkfeier findet am Dienstag, 22. Oktober, um 18.00 Uhr an den Gedenksteinen nahe der Stadtbrücke statt.
Es wirken Vertreter der Stadt Gernsbach, der Kirchen und der Schulen mit. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen.