Siebtklässler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Gernsbach interessieren sich für die Gernsbacher Reformationsgeschichte

Das Grabdenkmal der Ebersteins und das Sakramentshäuschen (links im Bild) veranschaulichen die ereignisreiche Reformationsgeschichte von Gernsbach. Bildquelle: Stadt Gernsbach

Einen Eindruck von der bewegten Gernsbacher Reformationsgeschichte gewannen die Siebtklässler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) Gernsbach in der evangelischen St. Jakobskirche.

Stadtarchivar Wolfgang Froese bereitete dort eine anschauliche Geschichtsstunde für die Schülerinnen und Schüler und deren Evangelische Religionslehrerin Mara Seserko vor. Anhand einiger Einrichtungsgegenstände in der Kirche berichtete er von der Einführung der Reformation in Gernsbach um 1556 und von den danach folgenden konfessionellen Konflikten.

So belegt beispielsweise das Sakramentshäuschen im Chor, dass die St. Jakobskirche in ihren Ursprüngen eine katholische Kirche war. Wolfgang Froese brachte den Schülern zudem auch einen Ablassbrief von 1479 aus dem Stadtarchiv mit. Die Reformatorenfenster im Westgiebel, eingebaut 1883 zum 400. Geburtstag von Luther, zeigen neben geistlichen Reformatoren wie Martin Luther und Philipp Melanchthon auch weltliche Reformatoren.

Das Grabdenkmal von Graf Wilhelm IV. von Eberstein und seiner Frau Johanna weist darauf hin, dass beide zusammen einen maßgeblichen Anteil an der Reformationseinführung in Gernsbach hatten. Die konfessionellen Verhältnisse der Stadt blieben lange Zeit umstritten, je nachdem welche Seite gerade das Sagen hatte. Die St. Jakobskirche wurde endgültig erst 1640 für den evangelischen Gottesdienst bestimmt.

Wolfgang Froese freut sich über die Anfrage des ASG und bietet gerne weitere Führungen und Vorträge zur Gernsbacher Stadtgeschichte für Schulklassen an: „Mir liegt sehr daran, den Kontakt zwischen Stadtarchiv und Schulen auszubauen und zu verstetigen.“ Auch Grundschüler seien bei ihm immer willkommen. Interessierte Schulen oder Lehrkräfte können sich mit ihrer Anfrage direkt an den Gernsbacher Stadtarchiv (07224 / 657 08 02 oder per Mail wolfgang.froese@gernsbach.de) wenden.