Ausstellung im Alten Amtshof: "Am Sabbat auf dem Weg zu der Synagoge"

Der Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Hermann Nachmann, vor der neuen Synagoge. Foto: Stadtarchiv Gernsbach.

Vor 90 Jahren, am 15. Juli 1928, ging für die jüdischen Gläubigen in Gernsbach ein großer Wunsch in Erfüllung: die Einweihung der neuen Synagoge in der Austraße 3.

In einer Ausstellung im Alten Amtshof erinnert der Arbeitskreis für Stadtgeschichte an die Errichtung des Gotteshauses, aber auch an seine Zerstörung nur zehn Jahre später am 10. November 1938.
Eröffnet wird die Ausstellung im Beisein von Bürgermeister Julian Christ am Freitag, dem 9. November, um 17 Uhr.

Die kleine Schau trägt den Titel „Am Samstag auf dem Weg zu der Synagoge“ und findet in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv statt. Anhand von Plänen und Fotografien wird das Aussehen der Synagoge und die Innenausstattung gezeigt, die zum Teil von der Karlsruher Majolika-Manufaktur stammte. Das jüdische religiöse Leben veranschaulichen unter anderem eine Thora-Rolle und ein gedeckter Sabbattisch. Verschiedene Beispiele lassen deutlich werden, wie gut die jüdischen Mitbürger zu Beginn des 20. Jahrhunderts in das städtische Leben eingebunden waren, bis ab 1933 die nationalsozialistische Ausgrenzung und Entrechtung begann.

In diesem Prozess der fortlaufenden Verfolgung bildete die Anzündung der Synagoge durch SA-Männer im Zuge der Pogrome der „Reichskristallnacht“ einen wichtigen Markstein. Die Feuerwehr war damals angewiesen, den Brand nicht zu löschen, sondern nur ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude zu verhindern. In einem Ausblick geht es schließlich um die Frage, wie wir in der Gegenwart mit der jüdischen Geschichte Gernsbachs umgehen.

Die Ausstellung wird nach der Eröffnung jeweils sonntags am 11., 18. und 25. November zwischen 15 und 17 Uhr zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.