Der erfahrene Wandersmann kennt es: Zielwanderungen beinhalten immer das Problem, dass man nicht so einfach wieder zum Ausgangspunkt zurückkommt, zumindest gilt dies für die sogenannten Selbstfahrer unter den Wandersleuten.
Leichter ist es oft für die Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Im speziellen Falle hier gilt dies sowohl für die Anfahrt wie für die Rückfahrt der gut 16 Kilometer langen Wanderung nach Bühlertal. Unser Ausgangspunkt ist nämlich der Baden-Badener Leopoldsplatz, bei dem weit und breit kein Dauerparkplatz für die Selbstfahrer in Sicht ist.
Deshalb gilt auch für die Nutzer des eigenen Autos als eigentlicher Ausgangspunkt der Bahnhof Baden-Baden-Oos, von wo aus in kurzen Abständen die Busse der Linie 201 in die Innenstadt und damit auch zum Leopoldsplatz fahren.
Der Leopoldsplatz ist zumindest verkehrsmäßig der Mittelpunkt der Kurstadt. Sind wir dort angekommen, beginnt schließlich die Wanderung per pedes. Durch die Sophienstraße gehen wir hinüber zum Kurhaus, halten dort rechts an der markanten Trinkhalle vorbei, hinter der wir unsere Leitlinie in Form der der Markierung des Ortenauer Weinpfades finden – einen roten Rhombus mit einer blauen Weintraube.
Nach einem steil ansteigenden „Staffellauf“ passieren wir die nach einem rumänischen Fürsten benannten Stourdza-Kapelle. Auf gut begehbaren Pfaden geht es dann am Waldsee vorbei in Richtung des weitläufigen Golfplatzes. An dessen Ecke steigt der Weg links hinauf zum Wanderportal „Tiergarten“, wo man sich über das großzügige Wanderangebot der alten Kurstadt informieren kann.
Entlang der Straße kommen wir am Golfhotel vorbei. Danach wagen wir einen Aufstieg: Es geht zur Entestallhütte hoch. Anschließend führt der Pfad auf dem lange gezogenen Grünbachweg abwärts zum Waldparkplatz „Nellele“ mit Schutzhütte, Spielplatz und Brunnen – ein Ort, der zum Verweilen einlädt. Wie durch ein Tor ziehen wir danach in die Rebberge ein und genießen auf einer aussichtsreichen Passage eine herrliche Aussicht über das Rheintal bis zu den weit entfernten Landschaften der Vogesen am Horizont.
Als Rastplatz ist die nahe Weinbergkapelle mit der davor stationierten Sonnenuhr empfehlenswert, bevor auf einem Lehrpfad jene Rebsorten vorgestellt werden, die auf der rundum liegenden Fläche von 350 Hektar gedeihen und jährlich Weingourmets Gaumenfreuden bereiten.
Auf einer der Steintafeln liest man beispielsweise: „Mit dem Blick in die Varnhalter Weinberge, hinauf zu der nahe gelegenen Yburg und hinaus in die Ebene zum Straßburger Münster grüßt sie hier mit den Stadtteilen Varnhalt, Neuweier und Steinbach eine besonders gesegnete Weinlandschaft.“
Am Ortseingang von Varnhalt bewundern wir wenig später ein von Idealisten gebautes und betreutes Miniatur-Schwarzwalddorf. Und nach der Ortspassage erfreuen wieder herrliche Aussichten an der „Meister-Erwin“-Aussichtsbank, bei der Bocksbeutel-Information und dem alten Wegeskreuz von 1871.
Erinnert wird da auch an den von hier stammenden Straßburger Münsterbaumeister „Erwin von Steinbach“ bei einem Blick hinüber zur elsässischen Metropole, die man am in der Ferne thronenden Münsterturm sehr gut ausmachen kann.
Vor der mächtigen Kirche in Neuweier zieht ein von dem Steinbacher Künstler Gerhard Stoll geschaffener Brunnen die Aufmerksamkeit der Wandersleute auf einige interessante „Köpfe“. Ein Stück weiter bestaunen wir eine alte Trotte beim „Alde Gott“.
Wieder ein Stück weiter werden in den Weinbergen eine Fatimakapelle, die Schutzhütte „Heißer Stein“ mit Grillstelle, das Gründungsdenkmal der Winzergenossenschaft, der Aussichtspunkt „Götzenblick“ und die Gedenkstätte „La Salette“ passiert, ehe der Weinpfad am „Engelsbach“ ins Bühlertäler Unterdorf einmündet, wo hinter der Kirche der Zielpunkt unserer Wanderung liegt. Unter anderem finden sich bei einem informativen Wanderportal auch die Richtungsweiser des Weinpfades, der noch weiter führt.
Die Fußwanderung ist jetzt zwar beendet, nun gilt es jedoch wieder, den Ausgangspunkt der Wanderung am Bahnhof Baden-Oos zu erreichen. Am geschicktesten ist es, den Bühler Bahnhof zu erreichen, von wo der Wanderer mit Zug oder Stadtbahn nach Baden-Oos fahren kann.
Unterhalb der Kirche halten die aus dem Rebland kommenden Busse der Linie 263 und 264 an der Haltestelle „Adlergasse“, oberhalb an der Bühlertalstraße kann man ab der Haltestelle „Bosch“ auf einem Umweg über Neusatz zum Bahnhof nach Bühl kommen.
Etappenlänge: 23 km
Gehzeit: ca. 5,5 Std.
Sehenswürdigkeiten:
Herrliche Landschaft in den Weinbergen mit weiter Aussicht, Weinbergkapelle, Lehrpfade, Miniaturdorf, Weininformationen
Einkehrmöglichkeiten:
In allen Ortschaften, die während der Wanderung passiert werden
Informationen:
Kur & Tourismus Baden-Baden, Telefon 07221 275-200
Tourist-Information Bühlertal, Telefon 07223 99670
Karlsruher Verkehrsverbund (KVV), Telefon 0721 6107-5885
Anfahrt:
Mit dem Auto auf der Bundesstraße 3 oder mit der Stadtbahn bis zum Bahnhof, dann mit dem Bus zum Leopoldsplatz. Rückfahrt mit einer der beiden Buslinien von Bühlertal-Untertal zum Bahnhof Bühl und mit der Stadtbahn nach Baden-Baden.
zu sehen sind die Geiserschmiede, die Gerteslbachwasserfälle, Blick von der Kernhütte, die Kirche im Obertal sowie die Weinlese - Alle Fotos © Verkehrsverein Bühlertal