Das
heutige Schloss Eberstein thront seit nunmehr über 700 Jahren
hoch über dem wildromantischen Murgtal. Im Jahre 1272 durch die
Grafen von Eberstein erbaut, ging im 17. Jahrhundert der Besitz in
die Hände der Markgrafen von Baden über. Im Jahr 2000 ging
es in Privatbesitz über und wurde seitdem liebevoll restauriert.
Heute erstrahlt die einstige Ritterburg in neuem
Glanze. Es erwartet Sie auf Schloss Eberstein nicht mehr nur die
sagenhafte Aussicht auf
das Murgtal, auch der hauseigene Wein wird nebst leichter Gourmetküche
im Restaurant serviert. In der Schloss-Schänke im gotischen Saal
mit der großen Platanenterrasse genießen Wanderfreunde
regionale Spezialitäten und typische Murgtalgerichte. Für
einen längeren Aufenthalt sind im exklusiven Schlosshotel viele
gemütliche kleine Reiche eingerichtet.
Genießen Sie die traumhafte Atmosphäre auf Schloss Eberstein
und erleben Sie wie schön Schwarzwald sein kann.
Wahrzeichen des Murgtals
Auf einer Felsnase, 130 m über der Murg, in Sichtweite von Gernsbach,
liegt inmitten üppiger Vegetation Schloss Eberstein. Besonders
seine Südfront mit dem nach Obertsrot hin steil abfallenden Weinberg
prägt das Landschaftsbild. Geschichte, Baukunst und Natur sind
hier eine glückliche Verbindung eingegangen – nicht zu vergessen
die Gastronomie. Schloss Eberstein war immer ein Wahrzeichen des Murgtals.
Nach einem langen Dornröschenschlaf ist es nun auch wieder eines
der beliebtesten Ausflugsziele der Region und darüber hinaus.
Die Ebersteiner – eine Geschichte
von Glanz und Niedergang
1085 tauchen die aus der Ortenau stammenden Herren von Eberstein
zum ersten Mal in einer Urkunde auf. Ihre Namen gebende Stammburg
bei
Ebersteinburg/Baden-Baden (heute Ruine Alt-Eberstein) ist um 1050
entstanden. Zwischen 1102 und 1149 erhalten sie vom Bistum Speyer
das Gut Rotenfels mit ausgedehntem Landbesitz im Murgtal zu Lehen.
Kurz vor 1200 beginnen die Ebersteiner sich Grafen zu nennen. Sie
haben Besitz im Elsass, in der Ortenau, in den Tälern von Murg,
Alb und Pfinz sowie im Kraichgau und in der Pfalz. Sie treten als
Klostergründer (Herrenalb 1148, Frauenalb 1190, Rosenthal bei
Eisenberg/ Pfalz 1241) und als Gründer von Städten hervor
(Kuppenheim, Gernsbach, Gochsheim im Kraichgau). An Bedeutung überflügeln
sie um 1200 sogar die Markgrafen von Baden. 1283 jedoch kommt Burg
Alt-Eberstein mit einem großen Teil der Ebersteiner Besitztümer
an den Markgrafen von Baden, der mit Kunigunde von Eberstein verheiratet
ist. Schon um 1300 ist durch dynastische Zufälle und unkluge
Erbteilungen der Besitz der Ebersteiner erheblich geschrumpft. Die
benachbarten Markgrafen von Baden und Grafen von Württemberg
werden zu bedrohlichen Konkurrenten. Im 14. Jahrhundert setzt sich
der Niedergang rapide fort. 1387 muss der legendäre Graf Wolf
von Eberstein wegen enormer Schulden die Hälfte der Grafschaft
Eberstein und der Burg Neu-Eberstein an den Markgrafen von Baden
verkaufen.
Im 15. und 16. Jahrhundert haben die Ebersteiner nur noch regionale
Bedeutung. 1660 sterben sie in der männlichen Linie aus.
Das
Wappen der Ebersteiner zeigte ursprünglich nur die fünfblättrige
Rose. Sie ist seit 1207 nachweisbar. Der Eber wurde erst viel später
(um 1600) als Verkörperung des Familiennamens ins Wappen aufgenommen. Eberstein durch die Jahrhunderte
Neu-Eberstein entstand um die Mitte des 13. Jahrhunderts in der Nähe
der aufblühenden Stadt Gernsbach als Zentrum der Herrschaftsausdehnung
im Murgtal. Von hier aus wurde die Rodung vorangetrieben. So entstand
auch Obertsrot (erstmals erwähnt 1377), auf dessen Gemarkung sich
Schloss Eberstein befindet. Nach dem Verlust von Alt-Eberstein 1283
wurde Neu-Eberstein neben Gochsheim zum Hauptwohnsitz der Ebersteiner.
Nach deren Aussterben kam die gesamte Anlage an die Markgrafen von
Baden.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) bot die Burg der badischen
Markgräfin Maria Franziska, ihrem Sohn und der badischen Regierung
vorübergehend Zuflucht vor den Franzosen, die 1689 Baden-Baden
und Kuppenheim in Schutt und Asche legten. Schloss Eberstein wurde nie durch Waffengewalt
eingenommen oder zerstört.
Im 18. Jahrhundert war es aber – von einzelnen Handwerkern abgesehen
- nicht mehr bewohnt und verfiel zusehends. Bis sich das badische Fürstenhaus
im Zeitalter der Romantik für das alte Gemäuer interessierte.
Markgraf Friedrich, der kunstsinnige zweite Sohn von Carl Friedrich,
dem ersten Großherzog des von Napoleon neu geschaffenen Landes
Baden, ließ die Anlage 1803/04 vom badischen Baumeister Friedrich
Weinbrenner für sich und seine Frau wiederherstellen. Die Burg
wurde zur repräsentativen Wohnanlage mit Schlosscharakter. Nach
Friedrichs Tod kam das Schloss 1829 an seinen Halbbruder Leopold (1830
- 1852 Großherzog von Baden). Er gestaltete die Innenräume
komplett neu, stattete sie mit zahlreichen Kunstgegenständen aus
und hielt sich mit seiner Familie oft hier auf. In den Wirren der badischen
Revolution 1849 wurde Schloss Eberstein von durchziehenden Truppen
mehrfach geplündert. Dabei tat sich Amalie Blenker, Ehefrau des
Revolutionskommandeurs Louis Blenker, besonders hervor.Im 19. und 20.
Jahrhundert diente das Schloss dem Haus Baden als Sommerfrische und
Nebenwohnsitz. Bis Markgraf Max von Baden und sein Sohn Prinz Bernhard
es aus wirtschaftlichen Gründen 2000 an den Kölner Unternehmer
Gerd Overlack verkauften. Der stammt aus einer alten Murgschifferfamilie
und kann den legendären Jakob Kast (eine Art „badischer
Fugger“, gestorben 1615; sein Sohn erbaute das Alte Rathaus in
Gernsbach) zu seinen Ahnen zählen. Seine Kindheit verbrachte er
in Scheuern zu Füßen der Burg. Seit dem Kauf hat er das
Schloss in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt umfassend saniert
und renoviert, die Neueröffnung der Schlossgastronomie initiiert
und zusammen mit seinem Bruder Jörg auch für eine Neubepflanzung
des bereits im 14. Jahrhundert erwähnten Weinbergs gesorgt.
Übersicht der Anlage
Die Skizze vom Ende des 17. Jahrhunderts zeigt, wie die Burg früher
aussah:
Gut erkennbar sind die Schildmauer (12 m hoch,
3 m dick) und der Bergfried. Die Schildmauer, auch Mantel genannt,
sicherte die Anlage gegen Westen.
Dort war der Zugang leicht, während die Burg nach Osten, Norden
und Süden durch steile Abhänge geschützt ist. Eine weitere
Sicherung bot die Mauer vor der Schildmauer und der Raum dazwischen
(Zwinger). Rechts im Anschluss daran sieht man das alte Haupttor (um
1800 abgerissen). Teile der Schildmauer, der Stumpf des Bergfrieds
und Baukerne der Außenmauern stammen noch aus dem 13. Jahrhundert.
So sah die Burg im Mittelalter aus. Die Erweiterungen bis 1609 lassen sich auf der Skizze ebenfalls gut
erkennen:
Graf Wilhelm IV. (Grabdenkmal in der Gernsbacher St. Jakobskirche)
schob um 1540 einen neuen Mauerring nach Westen vor, baute den kleinen
runden Wehrturm links vom alten Tor und errichtete gegenüber eine
neue Toranlage. Diese wurde kurz nach 1600 durch das noch heute existierende
Torhaus ersetzt.
Alles, was über die Skizze hinausgeht, kam später dazu. Sein
heutiges Aussehen erhielt Schloss Eberstein erst im 19. Jahrhundert.
Im östlichen Bereich hinter der Schildmauer baute Friedrich Weinbrenner.
Neben dem Torhaus schuf Johann Belzer aus Weisenbach 1838 den Marstall
mit dem gotischen Saal im Untergeschoss (heute Schlossgastronomie).
Das Wirtschaftsgebäude nördlich vom Torhaus (heute Hotel)
entstand um 1865.
Kunstdenkmäler
Spätmittelalterliche Glasfenster
Großherzog Leopold ließ im Zuge der neuen Innen-ausstattung
um 1840 kostbare spätmittelalterliche Glasfenster aus den Kirchen
von Dühren (Kraichgau) und Ottersweier (Ortenau) auf Schloss Eberstein
einbauen. Diese Kunst-schätze befinden sich seit 2002 in den Landesmuseen
in Karlsruhe und Stuttgart, wo sie der Öffentlichkeit wieder frei
zugänglich sind.
Das Torhaus
Besonders zu beachten ist das Torhaus mit seinem im Renaissance-Stil
prächtig verzierten Gusserker über dem Eingang. Erbaut
wurde es zwischen 1602 und 1609 von Philipp III. von Eberstein. Der
Erker zeigt sein Wappen (Rosen und Eber im quadrierten Schild - siehe
Foto Seite 2) und das seiner Frau Barbara von Fleckenstein. Im Gewölbe
des Tores befand sich ein Loch, um Eimer mit Pech oder kochendem
Wasser hochzuziehen, neben dem Tor Schießscharten in Brillenform.
Der Eber, Wahrzeichen der Burg
Gegenüber dem Burgtor auf einem Stützpfeiler der Zwingermauer
fällt der lebensgroße Eber aus Sandstein ins Auge – das
Wappentier der Ebersteiner. Sein Vorbild ist eine antike Statue in
den Uffizien von Florenz. Als Schöpfer gilt der bedeutende, aus
Flandern stammende Künstler Peter Anton von Verschaffelt, von
1752 bis 1793 erster Hofbildhauer am Kurpfälzischen Hof in Mannheim.
Seine Entwurfszeichnung zu der Plastik befindet sich im Kurpfälzischen
Museum in Heidelberg. Der Eber könnte ursprünglich für
den Schlossgarten in Schwetzingen oder für einen Privatmann bestimmt
gewesen sein. Erworben wurde er wahrscheinlich von Markgraf Friedrich
im Zuge der ersten Sanierung um 1800. Nach einer alten Beschreibung
stand er bereits 1824 an seinem jetzigen Platz.
Die Kreuzigungsgruppe
Im inneren Schlosshof (heute privat) befindet sich eine über
vier Meter hohe Kreuzigungsgruppe aus gelbem Sandstein mit der Jahreszahl
1464. Ursprünglich stand sie im Kloster Herrenalb. 1842 kaufte
Großherzog Leopold sie für Schloss Eberstein. Die Plastik
hat großen kunstgeschichtlichen Wert und stammt aus dem Umkreis
des Nikolaus Gerhaert von Leyden, der als der bedeutendste europäische
Bildhauer des ausgehenden Mittelalters gilt. Das monumentale Kruzifix
von 1467 in der Baden-Badener Stiftskirche trägt seine Signatur.
Die Kreuzigungsgruppe auf Schloss Eberstein schufen Bildhauer, die
Nikolaus Gerhaert kannten und sich an seinem Stil orientierten. Die
Figuren, besonders die Engel, zeigen starke Ähnlichkeiten mit
dem Sakramentshaus in der Gernsbacher St. Jakobskirche. Beide Werke
stammten mit Sicherheit aus derselben Werkstatt.
Die Sage vom Grafensprung
Die Sage vom Grafensprung berichtet, wie Graf Wolf von Eberstein den
Württembergern entkam, die gerade seine Burg belagerten: Er
trieb sein Pferd über den Rand eines steilen Felsens direkt
in die Murg hinab. Er selbst überlebte unbeschadet, das Pferd
war tot. Die Stelle heißt heute „Grafensprung“ (unterhalb
des Schlosses). Historischer Hintergrund: 1367 wurde Neu-Eberstein tatsächlich
einige Wochen lang belagert. Graf Wolf bewegte sich allerdings während
dieser Zeit keinen Schritt vor das Tor! Danach führte er 15 Jahre
lang erbittert Krieg gegen Württemberg. Er ist als Haudegen und
tollkühner Reiter in die Geschichte eingegangen. Sein Bild in
der Sage stimmt also – auch wenn er nicht gesprungen ist!
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Infos zu Wolf
von Eberstein
Die Sage von der Ebersteiner Rose
Die Sage von der Ebersteiner Rose erzählt, wie ein Graf von Eberstein
vom Kaiser nach Rom geschickt wurde, um dort beim Papst eine wichtige
Mission zu erledigen. Der Papst war von dem Grafen so angetan, dass
er ihm für seine Dienste eine Goldene Rose schenkte. Dies erfreute
wiederum den Kaiser so sehr, dass er seinem Gefolgsmann erlaubte, fortan
eine Rose im Wappen zu führen.
Historischer Hintergrund: Goldene Rosen verschenkte der Papst
im Mittelalter tatsächlich. Nur ein Ebersteiner hat nie eine solche erhalten.
Die Sage bietet eine Erklärung für das Wappen und weist auf
den einstigen Glanz des Grafenhauses hin. Entstanden ist sie im 16.
Jahrhundert, einer Zeit des Niedergangs für die Ebersteiner.
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Infos zu der Sage von der Ebersteiner Rose
Schloss Eberstein liegt inmitten unserer
Wander- und Erlebnisregion rund um den Gernsberg. Lassen Sie Ihrer
Fantasie freien Lauf und entdecken Sie die Sagen
rund um den Gernsberg auf dem Sagenweg. Sie werden verzaubert sein
vom reichen Schatz der Geschichten, die man sich rund um Gernsbach
erzählt. Im Arboretum Schloss
Eberstein, dem baumkundlichen
Lehrpfad, erwartet Sie eine Sammlung von über 300 einheimischen
und fremdländischen Baumarten und Gehölzen, die in dieser
Form einmalig ist. Auch der über 90 Kilometer lange Murgtalwanderweg führt unterhalb von Schloss Eberstein vorbei.
Als Ausflugsziel erwartet Sie auf Schloss Eberstein nicht nur eine
fantastische Aussicht auf das obere Murgtal. In der Schloss-Schänke
genießen Wanderer und Ausflügler regionale Spezialitäten.
Im Gourmet-Restaurant sind die kulinarischen Hochgenüsse zu Hause.
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Info-Flyer
Weinbergführungen
und Weinproben auf Schloss Eberstein
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Infos zu Geschichte und Wappen bei Dr. Bernhard Peter
Weitere Informationen:
Schloss Eberstein
Restaurant & Hotel
Werner Gourmet GmbH
76593 Gernsbach
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Telefax +49-(0)7224-9959550
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