Gernsbacher Tunnel
Baumaßnahme
Die Baumaßnahme mit einer Gesamtlänge von ca. 2.250 m gliedert sich in 5 Bereiche. Der wichtigste ist der 1.527 m lange Tunnel. Die weiteren sind die beiderseits der Tunnelportale angrenzenden Grundwasserwannen, das Betriebsgebäude, die Verlegung der Fußgängerunterführung, sowie die erforderlichen Straßenbauarbeiten in den Anschlußpunkten.
Der Tunnel wurde auf einer Strecke von 1.230 m in bergmännischer Bauweise, die anschließenden Teile in offener Bauweise hergestellt. Im Süden schließt eine 173 m und im Norden eine 120 m lange Grundwasserwanne an. Hier kommt die Fahrbahn wieder auf das normale Straßenniveau. Die Fahrbahnbreite im Tunnel beträgt 7,50 m. Auf jeder Seite ist ein Notgehweg mit 1,00 m Breite. Etwa in den Drittelspunkten des Tunnels befinden sich beidseitige Pannenbuchten.
Bergmännischer Tunnel
Das bergmännische Tunnelbauwerk ist in 2 Arbeitsgängen erstellt worden, zunächst von Norden her bergmännisch, wobei der abschnittsweise vorgetriebene Ausbruchquerschnitt gesichert und stabilisiert wurde.
In einem zweiten, nachlaufenden Arbeitsgang wurde nach der Abdichtung das endgültige, tragende bewehrte Betongewölbe von Nord nach Süd eingebaut. Der Ausbruch des Gesamtquerschnitts wurde in 3 Teilausbrüchen, Kalotte (oberer Querschnittsteil), Strosse (unterer Querschnittsteil) und Sohlgewölbe durchgeführt. Das Gebirge wurde durch Sprengen gelöst. Wegen der innerstädtischen Lage des Tunnels waren die Erschütterungs- und Lärmimmissionen auf ein zulässiges und für die betroffenen Anwohner zumutbares Maß zu begrenzen. Ausbruchsmaterial wurde zwischendeponiert und für den Bau der B 462 weiterverwendet. Hinterfüll- bzw. Frostschutzmaterial für die Tunnelbaumaßnahme gewann man aus angefallenem, gebrochenem Granitmaterial.
Im Bereich der bergmännischen Bauweise ist hier in Gernsbach erstmals durchgängig eine doppellagige Abdichtung verwendet worden. Diese ermöglicht auch noch eine nachträgliche Verpressung von eventuell undichten Dichtungskissen. Nach der erfolgten Abdichtung konnte das bewehrte Tunnelinnengewölbe abschnittsweise - getrennt nach Sohle und Gewölbe - mit einer 40 cm starken Schale betoniert werden. Im Gewölbequerschnitt oberhalb des Fahrraumes wurde nachträglich durch Einziehen einer 20 cm starken Zwischendecke ein Luftkanal für die Frischluftversorgung des Tunnels hergestellt.
Übersicht der Baumaßnahme
|
Bauwerksdaten |
|
|---|---|
|
Streckenlänge |
2.250 m |
|
Anschlüsse |
1.290 m |
|
Das Tunnel-Bauwerk gliedert sich in: |
|
|
Tunnel in bergmännischer Bauweise |
1.230 m |
|
Tunnel in offener Bauweise |
|
|
Süd und Nord (122 m + 175 m) |
297 m |
|
Trogstrecke Süd und Nord |
|
|
(173 m + 120 m) |
293 m |
|
|
|
|
Querschnitte |
|
|
Ausbruch-/Endquerschnitt |
|
|
Regelprofil |
F = ca. 90 m² / 50 m² |
|
Ausbruch-/Endquerschnitt |
|
|
Haltebuchten |
F=ca. 165 m² / 75 m² |
|
Überdeckung der Ausbruchsquerschnitte |
|
|
über Tunnelfirste |
h = II -30 m |
|
|
|
|
Rohbauleistungen |
|
|
Baugrubenaushub |
ca. 81.000 m³ |
|
Tunnelausbruch |
ca. 122.000 m³ |
|
Baugruben-/Ausbruchsicherung |
|
|
(Spritzbeton) |
ca. 6.000 m³ |
|
Betonstahlmatten/Anker |
ca. 500 to |
|
Baugrubenverbau (Spundwände) |
ca. 8.000 m² |
|
Beton (offene Bauweise) |
ca. 17.000 m³ |
|
Betoninnenausbau (bergmännische Bauweise) |
ca. 20.000 m³ |
|
Bewehrung |
ca. 3.500 to |
|
Doppellagige Abdichtung |
ca. 43.000 m² |
|
|
|
|
Fußgängerunterführung |
|
|
Länge |
ca. 29 m |
|
Lichte Durchgangsmaße |
3,00 x 2,50 m |
|
|
|
|
Stützmauern |
|
|
(zur Abstützung des Bahnkörpers gegenüber der Straße) |
|
|
Gesamtlänge |
ca.407 m |
|
|
|
|
Fahrbahnflächen |
|
|
B 462 einschl. Rampen und Schwarzwaldstraße |
ca. 12.500 m² |
|
Isemannweg |
ca. 3.500 m² |
|
|
|
|
Kostenträger Bundesrepublick Deutschland |
|
|
Gesamtkosten |
DM 118 Mio |
|
Rohbau Tunnel |
DM 80 Mio |
|
Betriebseinrichtungen |
DM 10 Mio |
|
Gesamtkosten Tunnel |
DM 90 Mio |
|
|
|
|
Grunderwerb |
DM 3 Mio |
|
Fußgängerunterführung |
DM 2 Mio |
|
Verlegung und Änderung der Bahnanlagen |
DM 9 Mio |
|
Straßenbauarbeiten, Stützmauern, Sicherungsleistungen |
DM 14 Mio |
|
Zusatzkosten gesamt |
DM 28 Mio |
|
|
|
|
Chronologie |
|
|
Planfeststellungsbeschluß |
15. Juni 1990 |
|
1. Spatenstich Fußgängerunterführung |
19. Mai 1992 |
|
Bergmännischer Tunnelanschlag |
28. Mai 1993 |
|
Freigabe Fußgängerunterführung (Schöller & Hoesch) |
Juli 1993 |
|
Bergmännischer Tunnelausbruch |
Mai 1993 - Dezember 1994 |
|
Tag der Offenen Tür |
17. November 1993 |
|
Tunneldurchschlag |
6. September 1994 |
|
Beginn der Straßenbauarbeiten Anschluß Nord |
September 1995 |
|
Fertigstellung des Rohbaues |
Oktober 1996 |
|
Beginn des Innenausbaues |
November 1996 |
|
Beginn der Straßenbauarbeilen Anschluß Süd |
Mai 1997 |
|
Verkehrsfreigabe |
6. Oktober 1997 |

































