Engelskanzel
Von der Klingelkapelle aus geht man an dem Grillplatz und an der Wassertretstelle vorbei und biegt schon gleich nach dem Teich links ab, den Berg hinauf, und folgt der Beschilderung zur Engelskanzel. Von hier ab begleitet den Wanderer das Symbol des Teufelchens entlang des Sagenweges, das immer auftaucht, sobald eine Richtungsänderung des Weges erfolgt.
Dieser erste Anstieg den Berg hinauf gehört zu den anstrengendsten Teilen der Wanderung, deswegen nicht gleich den Mut verlieren, der schöne Ausblick von der Engelskanzel (250 m ü. NN) aus entschädigt für den steilen Anstieg.
Eine alte Geschichte besagt, dass vor langer, langer Zeit ein Engel Gottes auf diesem Felsen erschien, um die Bewohner des Tals, die vom Teufel in Bann gezogen waren, wieder auf den rechten Weg zu führen. Er predigte von einem herausragenden Felsen nahe der Burg der Ebersteiner. Darüber ärgerte sich der Teufel sehr, und er schwang sich wutschnaubend ins hohe Gebirge. Dort warf er mit schweren Steinblöcken um sich. Sein Rumoren war so laut, daß die Worte der Wahrheit, die der Engel verkündete, nicht mehr zu hören waren. Doch den Einzug des Christentums ins Murgtal konnte er damit nicht verhindern, nur die Namen Engelskanzel und Teufelsmühle künden noch heute von diesen uralten Zeiten.
Für alle, die gerne auf Waldpfaden spazieren, bietet dieser Weg eine willkommene Abwechslung zu den breiten Wanderwegen. Für die anderen, vor allem für diejenigen, die nicht unbedingt schwindelfrei sind, bietet sich die Alternative an von der Klingelkapelle in Richtung Grafensprung weiter zu gehen, etwa 200 Meter entlang der Fahrstraße, bis ein breiter Wiesenweg abbiegt, der auch als Murgtalwanderweg ausgeschildert ist und direkt zum Grafensprung führt.
Nach einer Verschnaufpause auf der Engelskanzel geht es den schmalen Weg, eigentlich schon ein alpiner Pfad, durch herrlichen Mischwald hindurch hinauf zur Richtung Luisenruhe. Man trifft auf den Hildaweg, einen breiten Grasweg, und folgt diesem bergaufwärts. Den Namen erhielt dieser Weg von der Gattin des Großherzogs Friedrich II., Hilda, Prinzessin von Nassau, die oft im Wald um Schloss Eberstein spazieren gegangen ist.