Mariä Heimsuchung

Die Idylle trügte im kleinsten von Gernsbachs Ortsteilen. Zumindest war das in den Jahren 1834 bis 1835 so. Damals grassierte eine furchtbare Seuche im Murgtal, vermutlich ein Nervenfieber, und raffte 61 Menschen im Dorf, zumeist junge Männer, dahin. Zu dieser Zeit gab es so gut wie keine Behandlungsmöglichkeiten und damit auch keine Heilungschancen.

Prozession zum Lautenbacher Feiertag Maria Heimsuchung
Prozession zum Lautenbacher Feiertag

Die Lautenbacher, legten 1835 ein Gelübde ab, jedes Jahr zur Mariä Heimsuchung (2. Juli) einen Feiertag abzuhalten, wenn die Seuche nur aufhören würde. Sie ging daraufhin in Lautenbach und im gesamten Murgtal zu Ende. Seit diesem Ereignis ruft Lautenbach jedes Jahr am 2. Juli mit Böllerschüssen alle Lautenbacher zur getreulichen Erfüllung jenes Gelübdes als Dank für die Verschonung vor dem Nervenvieber.

Von der Kirche geht es in einer Prozession durchs gesamte Dorf bis hinauf zur Illertkapelle. Vornweg drei Ministranten mit dem Kreuz und Fahnen, dahinter der Musikverein und natürlich die Lautenbacher Bevölkerung, die seit 1835 unter Androhung empfindlicher Geldstrafen angehalten ist, sich an besagtem Tag "jeder knechtischen Arbeit zu enthalten".

An der Illertkapelle, deren Glocke während des gesamten Marsches vom Dorf hinauf läutet, feiert die versammelte Gemeinde eine Heilige Messe, die traditionell vom Gesangverein und vom Musikverein umrahmt wird. Im Anschluss geht es dann zurück ins Dorf und es wird beim Bürgerhaus mit einem zünftigen Dorfhock weiter gefeiert.

Weitere Informationen zu Lautenbach