Ehrenamtliche Flüchtlingsbegleiter treffen sich im Rathaus

Bürgermeister Dieter Knittel hat den ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätigen Bürgern für ihr großes und anhaltendes Engagement gedankt. Bei einem gut besuchten Treffen im Rathaus informierten der Bürgermeister und die Integrationsbeauftragte Ines Reil über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Flüchtlingsunterbringung und Integration.

Die drei Gemeinschaftsunterkünfte in Gernsbach – Sonnenhof, Waldbachschänke und Brandeck – sind derzeit immer noch gut belegt mit insgesamt 190 Personen. Immer mehr Geflüchtete kommen allerdings jetzt in die Anschlussunterbringung, entweder weil sie als Flüchtlinge anerkannt worden sind oder – ohne einen positiven Bescheid erhalten zu haben – seit mindestens zwei Jahren in einer Gemeinschaftsunterkunft leben. Für deren Unterbringung ist nicht mehr der Landkreis, sondern die Stadt zuständig. Ines Reil bezifferte die Anzahl der Geflüchteten in der Anschlussunterbringung auf aktuell 88 Personen. Im nächsten Jahr kommen laut Prognose voraussichtlich entweder 43 oder aber 120 Personen hinzu, abhängig davon, ob der Sonnenhof über den 31. Dezember hinaus als Gemeinschaftsunterkunft bestehen bleibt.

Für sie sucht die Stadt Wohnraum. Bürgermeister Knittel verdeutlichte, dass die Anschlussunterbringung rein rechtlich gesehen mit der Obdachlosenunterbringung vergleichbar sei, so dass ein verminderter Standard gelte. Im Gespräch sei, dass der Sonnenhof auch für die Anschlussunterbringung genutzt werde, doch seien hier noch viele Fragen offen.

Knittel rief die Ehrenamtlichen dazu auf, sich jetzt verstärkt den Menschen in der Anschlussunterbringung zuzuwenden und sie bei der Integration in die Gesellschaft zu begleiten. Eines der Projekte hierfür ist der Begegnungsladen „H 10“ in der Hauptstraße. Er soll als offener Treffpunkt für Alt- und Neubürger und darüber hinaus als zentrale Informationsstelle für Flüchtlinge dienen. Geöffnet ist „H 10“ derzeit bereits zwei Stunden am Vormittag. Durch einen Spendenaufruf kam inzwischen ein Großteil des benötigten Mobiliars und des Geschirrs zusammen. Aktuell gesucht wird derzeit noch ein Kühlschrank, wie Ines Reil sagte.

Wer hier helfen oder auch beim Treffpunkt mitmachen möchte, kann sich direkt an sie wenden unter Telefon 644-77.