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Premiumweg "Murgleiter"
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Von Reichental über Hilpertsau bis zum Merkur
Zurück an der Murg besteht kurz vor Hilpertsau die Möglichkeit, nach etwa 20 Kilometern eine Halbzeit zu machen und vom nahen S-Bahnhof mit der Stadtbahn [Linie S41] weiterzufahren.
Wir queren die Straße und die Murg und steigen nach der Werksbrücke in einen kleinen Zick-Zackweg ein, der zum Wandweg führt. Hier treffen wir auf den Murgtalwanderweg, einem Weg, der auf etwa 100 Kilometern von der Quelle der Murg bis zu ihrer Mündung in den Rhein führt.
Die Lebensader Gernsbachs und des Murgtals war früher
die Flößerei. Auf dem Wasserweg wurden die mächtigen Eichenstämme
bis nach Rotterdam geflößt und brachten gutes Geld. Die reichsten
Familien, auch Murgschiffer genannt, gründeten Sägereien und nutzten
die Wasserkraft, woraus sich dann die Papierfabriken entwickelten, die im Murgtal
ein große Tradition haben. Eine Industrie übrigens, die sehr sauber
ist. An der Murg sind Fischreiher keine Seltenheit mehr.
Der Wandweg führt nach Obertsrot, am Schwimmbad vorbei
und durch Streuobstwiesen weiter in Richtung Antoniuskapelle.
Auf dem Weg hat man bereits herrliche Ausblicke auf das nahe Schloss
Eberstein mit seinem Weinberg.
Das Schloss wurde vor 1272 von
den Grafen von Eberstein als Burg und Stammsitz erbaut und thront seither über
Gernsbach. Die Markgrafen von Baden wurden die späteren Besitzer, im Jahr
2000 wurde das Schloss an einen Privatmann verkauft, der es nach zahllosen
Restaurierungsmaßnahmen wieder zum Leben erweckte. Ein eigenes Märchen
also. Heute kann man im Schlosshotel fürstlich logieren und im mit einem
Michelin-Stern ausgezeichneten Gourmet-Restaurant ebenso speisen. Für
den Wanderer bietet die Schlossschänke einen gemütlichen
Platz auf der Terasse mit Blick auf das Murgtal. Auch Ebersteiner Wein gibt
es zu trinken. Das Schloss ist sicher einen kleinen Abstecher wert.
Wir gehen aber weiter auf dem „Gernsbacher
Sagenweg“ und freuen uns auf die Erzgrube. Dieser Felseinschnitt
scheint früher zum Schürfen von Silbererz genutzt worden sein,
heute ist er allerdings zugeschüttet. Übrig ist nur ein dunkler
Spalt und die Sage von den „Zwergen aus dem Gernsberg“ geblieben,
eine von acht Geschichten, die auf dem Sagenweg erzählt werden. Durch
alte Baumbestände und unter stattlichen Douglasien folgen wir der
Rose zur Amandaschau, zur Saulachkopfhütte und Richtung Nachtigall,
auch Müllenbild genannt, einem auf dem Höhenrücken zwischen
Baden-Baden und Gernsbach gelegenen Gasthaus. Hier kann man noch sehr gut
die verheerenden Auswirkungen des Orkans Lothar erkennen, der am 26. Dezember
1999 über dem Schwarzwald wütete und eine Spur der Verwüstung
zog.
Von der Nachtigall aus machen wir uns an den letzten großen Aufstieg
auf den Merkur. Dieser wird auch der Große Staufenberg
genannt, auf Grenzsteinen können Sie ab und zu einen Krug erkennen, die
Grenze zum Ortsteil Staufenberg. Stauf ist das Altdeutsche Wort für Krug
und wahrscheinlich war die Form des Berges Namensgeber.
Vom Merkur bietet sich ein herrlicher Blick in alle Richtungen, nach Baden-Baden, ins Rheintal, oder ins Murgtal. Wer möchte kann eine Pause und mit der Bergbahn einen Abstecher in die Kurstadt machen.
Die
Antoniuskapelle im Ätzenbachtal
wurde im Jahre 1851 von Obertsroter Bürgern errichtet und war Wallfahrtsort
der Gräfinnen vom nahen Schloss Eberstein. An diesem Ort soll der Sage
nach eine mächtige Eiche mit dem Abbild des heiligen Antonius, dem Schutzpatron
der Armen und Eheleute, gestanden haben. Auf Befehl des Grafen von Eberstein
sollte die Eiche von Waldarbeitern gefällt werden. Sie hielt der Fällaktion
solange stand, wie das Abbild des heiligen Antonius zu sehen war. Doch als
das Bildnis fiel, krachte auch die Eiche zu Boden. Das Heiligenbild war danach
allerdings plötzlich verschwunden. Rund 200 Gulden kostete die Kapelle
damals. Sie wurde erst im Jahre 1860 durch den Gernsbacher Dekan feierlich
geweiht. Das Antoniusglöckchen diente im Zweiten Weltkrieg als Ersatz
für die Kircheglocken der Herz-Jesu-Kirche in Obertsrot, die als Rohstoffe
zwangsweise abgeliefert werden musste. Einmal im Jahr, am Festtag des 1232
heilig gesprochenen Franziskaners Antonius von Padua, am 13. Juni, findet eine
Wallfahrt zur kleinen Kapelle statt.
Schloss
Eberstein
Das heutige Schloss Eberstein thront seit nunmehr über 700 Jahren hoch über
dem wildromantischen Murgtal. Im Jahre 1272 durch die Grafen von Eberstein erbaut,
ging im 17. Jahrhundert der Besitz in die Hände der Markgrafen von Baden über.
Im Jahr 2000 ging es in Privatbesitz über und wurde seitdem liebevoll restauriert.
Heute erstrahlt die einstige Ritterburg in neuem Glanze. Es erwartet Sie auf
Schloss Eberstein nicht mehr nur die sagenhafte Aussicht auf das Murgtal, auch
der hauseigene Wein wird nebst leichter Gourmetküche im Restaurant serviert.
In der Schloss-Schänke im gotischen Saal mit der großen Platanenterrasse
genießen Wanderfreunde regionale Spezialitäten und typische Murgtalgerichte. Weitere
Infos zu Schloss Eberstein


